
Der Cirrusnebel – auch als Schleiernebel oder Veil Nebula bekannt – ist ein spektakulärer Supernovaüberrest im Sternbild Schwan (Cygnus). Vor etwa 10.000 bis 20.000 Jahren explodierte hier ein massereicher Stern, dessen Überreste sich heute als filigrane Fasern aus leuchtendem Gas über ein Areal von mehr als drei Grad am Himmel ausbreiten – das entspricht dem Sechsfachen des Vollmondes. Die Entfernung zu diesem kosmischen Kunstwerk beträgt rund 1.400 Lichtjahre, seine tatsächliche Ausdehnung etwa 110 Lichtjahre.
Das hier gezeigte Mosaik umfasst den östlichen Teil des Nebels, bestehend aus den Strukturen NGC 6992, NGC 6995 und IC 1340, die wie leuchtende Rauchschwaden den Himmel durchziehen. In Astrofotografien zeigen sich besonders deutlich die Emissionen von ionisiertem Wasserstoff (Hα), Sauerstoff (OIII) und Schwefel (SII), deren Farbverläufe in Rot- und Türkistönen die Schockfronten der einstigen Explosion nachzeichnen. Die zarte Struktur dieser Region steht in Kontrast zum bekannteren westlichen Bogen NGC 6960, dem sogenannten Hexenbesennebel, der sich in der Nähe des Sterns 52 Cygni befindet.
Aufnahmedaten
| Objekt | NGC 6992, NGC 6995, NGC 6960 und IC 1340 |
| Aufnahmedatum | 31. Mai 2025 |
| Teleskop | ZWO FF65 |
| Kamera | ZWO ASI 2600MC-Duo |
| Montierung | ZWO AM5 |
| Guiding | ZWO ASI 220MM Mini der Hauptkamera |
| Kalibrierung | Darks, Flats, Darkflats |
| Filter | IDAS NBZ Schmalbandfilter für H-Alpha und OIII |
| Belichtung | 100 x 180 Sek. bei Gain 100 und -10 °C Gesamtbelichtung: 5 Std. |
| Software | ASIAIR Pro, PixInsight |
